Schwarzer Rettich
Sorten
- Runder Schwarzer Winter – klassische runde Sorte, ideal zur Einlagerung
- Schwarzer Langer Winter – längliche Knolle, kräftiger Geschmack
- Nero Tondo – italienische Sorte, sehr aromatisch
- Der schwarze Rettich gehört zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt – Belege für seine Nutzung reichen bis ins alte Ägypten (ca. 2500 v. Chr.)
Standort & Boden
- Vollsonnig bis halbschattig
- Boden tiefgründig, locker, krümelig – schwerer oder steiniger Boden führt zu Deformierungen der Knolle
- Hoher Humusanteil von Vorteil, pH-Wert 5,5–7
- Gleichmäßig feucht halten – bei Trockenstress wird der Rettich holzig und sehr scharf; bei starken Feuchtigkeitsschwankungen platzt die Schale auf
- Ca. 3 Liter reifen Kompost pro m² vor der Aussaat einarbeiten
- Borhaltiger Mineraldünger empfehlenswert (Rettich hat hohen Borbedarf)
- Gute Nachbarn: Salat, Karotte, Sellerie, Spinat, Tomate, Paprika, Erbse, Bohne
- Schlechte Nachbarn: Kohlgewächse, Gurken, Zwiebeln
Aussaat & Pflanzung
- Direktsaat ins Freiland, ca. 1,5–2 cm tief
- Aussaatzeit: Mitte Juli bis Anfang September (Winterrettich braucht kühles Wetter zur Knollenbildung)
- Zu frühe Aussaat → Gefahr des Schießens (Blütenbildung statt Knolle)
- Zu späte Aussaat → nicht genug Zeit bis zu den ersten Frösten
- Reihenabstand: 20–30 cm; Pflanzenabstand in der Reihe: 15–20 cm
- Keimung innerhalb von 5–7 Tagen bei 12–24 °C
- Vereinzeln sobald die Keimlinge groß genug sind
- Temperaturen unter 12 °C für mehr als 2 Wochen können das Schossen fördern
Pflege
- Regelmäßig gleichmäßig gießen, besonders in der Wachstumsphase (am besten Regenwasser)
- Boden regelmäßig auflockern und von Unkraut befreien – Rettich wächst relativ langsam
- Wenn Rettichschultern sichtbar über der Erde stehen: Boden konsequent feucht halten
- Bei ausreichend Kompost vor der Aussaat ist kein weiterer Dünger nötig; nach ca. einem Monat ggf. etwas Hornspäne
Ernte
- Ca. 8–15 Wochen nach der Aussaat je nach Sorte (ca. 55–70 Tage)
- Nicht zu lange in der Erde lassen – wird sonst holzig und hohl
- Ernte vor den ersten starken Frösten; ein leichter Frost reduziert sogar die Schärfe
- Laub vor der Lagerung immer entfernen
Lagerung
- Keller in feuchtem Sand: mehrere Monate – die klassische Bauernmethode
- Kühlschrank in feuchtem Tuch: 2–4 Wochen
- Ungewaschen einlagern
Schädlinge & Krankheiten
- Erdflöhe (Phyllotreta spp.): 2–4 mm große, springende Käfer – verursachen siebartige Lochfraßschäden an den Blättern. Vorbeugung: Kulturschutznetze, regelmäßiges Hacken, Rainfarnbrühe
- Kohlfliege (Delia): Maden fressen an den Wurzeln, Jungpflanzen sterben ab. Schutznetze direkt nach der Aussaat auflegen (Ei entwickelt sich in nur 6 Tagen zur Made!)
- Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae): Weißgraue Läuse an Triebspitzen; Nützlinge fördern, Mischkultur mit Bohnen
- Blattfleckenkrankheit: Pilzliche Erreger, dunkle Flecken auf den Blättern; für ausreichend Luftzirkulation sorgen
- Fruchtfolge beachten: Mindestens 3 Jahre Anbaupause für Kreuzblütler an derselben Stelle
Nährwerte (pro 100 g, roh)
- Kalorien/Energie: ca. 16 kcal / 66 kJ
- Wassergehalt: ca. 93–94 %
- Kohlenhydrate: ca. 2,4 g
- davon Zucker: ca. 1,9 g
- Eiweiß: ca. 1,05 g
- Fett: ca. 0,15 g
- Ballaststoffe: ca. 1,4 g
- Vitamine: Vitamin C (6–23 mg), Folsäure/B9 (ca. 59 µg), Vitamin B6
- Mineralien: Kalium (ca. 312 mg), Kalzium (ca. 54 mg), Magnesium, Eisen
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Glucosinolate / Isothiocyanate (entstehen beim Schneiden/Reiben), Senföle (antibakteriell), Raphanin
- Glykämischer Index: sehr niedrig (< 15)
Quellen: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), nutrimea.com, sevencooks.com