Im Garten: rote, weiße und schwarze Johannisbeere – Sorten unbekannt (keine Sortenschilder vorhanden)
Rote Johannisbeere (Ribes rubrum): in Mitteleuropa heimische Wildart, zahlreiche Kultursorten
Weiße Johannisbeere: botanisch keine eigene Art, sondern nur eine farblose Variante der Roten Johannisbeere (z. B. Sorte 'Weiße Versailler') – Pflege, Standort und Schnitt sind identisch zur roten
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): eigenständige Art, näher mit der Stachelbeere verwandt als mit der Roten Johannisbeere; stachellos, Blätter/Triebe mit typisch intensivem, harzigem Geruch
Bekannte Sorten am Markt zum Vergleich: rot/weiß 'Jonkheer van Tets', 'Rovada', 'Detvan'; schwarz 'Titania', 'Ometa', 'Silvergieters Schwarze'
Standort & Boden
Sonnig bis halbschattig, windgeschützt; volle Mittagssonne eher ungünstig, da der Boden dort schneller austrocknet
Nährstoffreicher, humoser, gut durchlässiger Boden, gleichmäßig feucht (keine Staunässe)
Flachwurzler bei allen drei Farben – Boden muss nicht tiefgründig sein
Schwarze Johannisbeere verträgt/mag es feuchter und nährstoffreicher als rot/weiß, kommt auch mit schwereren, lehmigen Böden gut zurecht
Alle frosthart
Aussaat & Pflanzung
Pflanzzeit: März bis Oktober, am besten Herbst; Containerpflanzen ganzjährig möglich außer bei Frost oder Hitze über 30 °C
Pflanzabstand: ca. 1–1,5 m zwischen den Sträuchern
Gute Nachbarn: Stachel- und Jostabeeren, Himbeeren, Heidelbeeren; als Unterpflanzung wird Wermut gegen Säulenrost empfohlen (aber ausreichend Abstand halten, da Wermut viele andere Pflanzen hemmt)
Selbstfruchtbar, ein zweiter Strauch kann Ertrag/Fruchtansatz aber verbessern
Pflege
Regelmäßig gießen, Erde zwischenzeitlich etwas abtrocknen lassen; in Trockenperioden kräftig wässern
Düngung im zeitigen Frühjahr mit Kompost oder organischem Dünger
Rückschnitt rot & weiß: Winterschnitt (November–Februar); Früchte werden hauptsächlich am 2-jährigen Holz gebildet – das bei der Schnittplanung berücksichtigen, alte Triebe (>3–4 Jahre) nach und nach entfernen
Rückschnitt schwarz: direkt nach der Ernte schneiden; fruchtet vor allem am einjährigen Holz, ältere Triebe können daher deutlich zurückgeschnitten werden, nur die kräftigsten Leittriebe stehen lassen
Bei allen drei Farben: Strauch offen und luftig halten (Krankheitsvorbeugung), regelmäßig auslichten
Ernte
Rot/weiß: Erntezeit ab Juni/Juli, je nach Sorte
Schwarz: Erntezeit ähnlich, meist Juli
Reife Beeren lösen sich leicht von der Rispe; ganze Rispen ernten und erst kurz vor Verwendung abstreifen ist schonender
Vogelnetz sinnvoll, da alle drei Farben gerne von Vögeln genascht werden
Lagerung
Frisch im Kühlschrank ca. 3–7 Tage haltbar
Gut zum Einfrieren geeignet (ganze Rispen oder abgezupfte Beeren)
Verarbeitung zu Saft, Gelee, Marmelade, Kompott oder Dessertwein möglich; schwarze Johannisbeere eignet sich zusätzlich für Likör (Cassis) und die Blätter für Tee
Schädlinge & Krankheiten
Säulenrost: orangefarbene Pusteln auf der Blattunterseite, tritt vor allem an Schwarzer Johannisbeere auf; befallenes Laub entfernen, luftige Erziehung, resistente Sorten wählen, Wermut-Unterpflanzung als vorbeugende Maßnahme
Amerikanischer Stachelbeermehltau: kann auch Johannisbeeren befallen (v. a. schwarz), weißer bis bräunlicher Belag; Rückschnitt und Auslichten, Schachtelhalm- oder Molkespritzung vorbeugend
Blattfallkrankheit (Drepanopeziza): braune Flecken, vorzeitiger Blattfall ab Juli; Laub im Herbst restlos entfernen, nicht über Kopf gießen
Johannisbeerblasenlaus/Blasenlaus: rote bis gelbliche Blasen auf den Blättern, vor allem an roter Johannisbeere; meist nur kosmetisch, bei starkem Befall Schmierseifenlösung
Johannisbeergallmilbe: verursacht runde, geschwollene "Rundknospen" im Winter, die nicht mehr austreiben; befallene Knospen im Winter entfernen
Vogelfraß an den Früchten – Netz als Schutz
Nährwerte
Kalorien/Energie (pro 100 g): rot/weiß ca. 33–40 kcal, schwarz ca. 39–63 kcal
Wassergehalt: hoch (genauer Wert je nach Farbe uneinheitlich, keine verlässliche Einzelangabe gefunden)
Kohlenhydrate: rot ca. 4,8 g; schwarz etwas höher
davon Zucker: mäßig, genauer Wert je nach Sorte/Reife unterschiedlich
Ballaststoffe: schwarze Johannisbeere enthält etwa doppelt so viel wie die rote
Vitamine: Vitamin C – rot/weiß ca. 33–36 mg, schwarz ca. 130–189 mg (bis zu 5x mehr als rot); zudem Vitamin A/Beta-Carotin (schwarz ca. 4x mehr als rot), Vitamin E