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Rhabarber

Sorten

  • Canada Red – kräftige, durchgehend rot gefärbte Stängel, geringer Säuregehalt, Rotfärbung bleibt nach dem Kochen
  • Livingstone – milde Sorte, sehr langer Erntezeitraum (Mai–Oktober), zieht sich erst spät zurück
  • Botanisch gesehen ein Gemüse, wird jedoch fast immer wie Obst verwendet

Standort & Boden

  • Sonnig bis halbschattig, windgeschützt
  • Tiefer, nährstoffreicher, humoser Boden mit guter Wasserhaltefähigkeit
  • pH-Wert idealerweise 5,6 bis 7,2
  • Keine Staunässe, kein zu hoher Unkrautdruck
  • Pro Pflanze ca. 1 m² Platz einplanen – die Staude wird über die Jahre sehr groß
  • Nicht nach Starkzehrern wie Tomaten, Paprika oder Kohl pflanzen

Aussaat & Pflanzung

  • Vermehrung meist über Rhizomteilung (nicht über Samen)
  • Teilung bestehender Stauden im Herbst oder Frühjahr mit scharfem Spaten
  • Jungpflanzen aus dem Topf im Frühjahr einpflanzen
  • Im ersten Jahr nicht ernten – Pflanze erst anwachsen lassen
  • Ab dem zweiten Jahr kann geerntet werden, wenn die Stängel kräftig genug sind

Pflege

  • Sehr pflegeleicht und mehrjährig – kommt jedes Frühjahr von selbst wieder
  • Regelmäßig gießen, besonders in Trockenperioden
  • Einmal pro Saison kurz vor dem Austreiben düngen (Kompost oder organischer Dünger)
  • Nach der Ernte im Juni/Juli erneut düngen
  • Blütenansätze sofort entfernen – sie hemmen das Wachstum der Stängel
  • Im Winter zieht sich die Pflanze zurück – mit Laubmulch abdecken, im Frühjahr freilegen
  • Tipp: Im zeitigen Frühjahr Eimer über die Stielansätze stülpen – Dunkelheit fördert das Treiben und macht die Stängel süßer und aromatischer (nur alle 2 Jahre anwenden)

Ernte

  • Erntezeit: April/Mai bis Ende Juni (traditionell bis Johannistag, 24. Juni)
  • Ausnahme: Sorte "Livingstone" kann bis Oktober geerntet werden
  • Nur kräftige, ausgewachsene Stängel ernten – nie mehr als die Hälfte der Pflanze auf einmal
  • Stängel herausziehen (nicht schneiden), um Schäden zu vermeiden
  • Achtung: Ab Juli steigt der Oxalsäuregehalt stark an – danach nicht mehr ernten
  • Blätter sind giftig – nicht essen, nicht kompostieren, aber gut als Mulch oder Jauche gegen Blattläuse verwendbar

Lagerung

  • Frisch: 1–2 Tage kühl lagern
  • Einfrieren: Stängel in Stücke schneiden und einfrieren, hält mehrere Monate
  • Zu Kompott, Konfitüre oder Saft verarbeiten

Schädlinge & Krankheiten

  • Sehr robust und kaum anfällig dank hohem Oxalsäuregehalt in den Blättern
  • Schnecken – besonders im Frühjahr bei den zarten Neutrieben; Schneckenkragen oder Absammeln hilft
  • Blattläuse – selten, kräftiger Wasserstrahl reicht meist aus; alternativ Jauche aus Rhabarberblättern
  • Mehltau und andere Pilze – bei zu dichter Bepflanzung und feuchtem Wetter; befallene Blätter entfernen und im Restmüll entsorgen
  • Hinweis: Blattläuse begünstigen Pilzkrankheiten – daher frühzeitig kontrollieren

Nährwerte

  • Kalorien/Energie (pro 100 g): ca. 13–21 kcal – sehr kalorienarm
  • Wassergehalt: ca. 93 %
  • Kohlenhydrate: ca. 4–5 g
  • davon Zucker: ca. 1,1 g
  • Eiweiß: ca. 0,7–1 g
  • Fett: ca. 0,1–0,2 g
  • Ballaststoffe: ca. 1,8 g
  • Vitamine: Vitamin K (ca. 25–30 % des Tagesbedarfs – herausragend), Vitamin C (ca. 10–12 % des Tagesbedarfs), B-Vitamine (gering)
  • Mineralien: Kalzium (140 mg – ungewöhnlich hoch für ein Gemüse), Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Mangan
  • Sekundäre Pflanzenstoffe: Antioxidantien (höher als in Grünkohl), Anthrachinone (leicht abführend), Oxalsäure (bindet Mineralien – bei Nieren- oder Gallenproblemen beachten)
  • Glykämischer Index: sehr niedrig

Hinweise / Notizen