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Übersicht: Gründüngung nach Zweck, Fruchtfolge & Aussaatzeit

Was ist Gründüngung?

Gründüngung sind Pflanzen, die nicht geerntet, sondern zur Bodenverbesserung angebaut werden: Sie schützen den Boden, lockern ihn, binden oder konservieren Nährstoffe und liefern nach dem Einarbeiten bzw. Abfrieren organische Masse für den Humusaufbau. Wichtig: Jede Gründüngungspflanze gehört zu einer Pflanzenfamilie, deshalb gilt auch hier das Fruchtfolge-Prinzip.

Nach Zweck

Zweck Geeignete Pflanzen Anmerkung
Stickstoff sammeln Klee (z. B. Inkarnatklee), Wicken, Lupinen, Luzerne Schmetterlingsblütler mit Knöllchenbakterien; Klee und Luzerne mögen ausreichend Kalk, Lupinen sind dagegen kalkempfindlich (nicht aufkalken)
Boden lockern Ölrettich, Lupine, Luzerne, Gelbsenf Tiefwurzler; Lupinen brauchen Zeit, Aussaat für Tiefenlockerung spätestens Anfang Juli; Luzerne ist mehrjährig und kann bei verdichteten Böden 2–3 Jahre stehen bleiben
Unkraut unterdrücken Gelbsenf, Phacelia, Buchweizen, Inkarnatklee Schnell wachsende, dichte Blattmasse
Nematoden / Bodenmüdigkeit Gelbsenf, Ölrettich Wirkung entfaltet sich bei der Einarbeitung; Details und Grenzen auf der Gelbsenf-Seite
Humus aufbauen Getreide/Gräser (z. B. Winterroggen), Klee Winterroggen hat ein sehr dichtes Wurzelwerk, das sich im Frühjahr schwer einarbeiten lässt
Neutral in der Fruchtfolge Phacelia, Buchweizen Buchweizen nur nicht vor/nach Rhabarber
Bienenweide Phacelia, Klee, Lupine, Luzerne, Gelbsenf, Buchweizen Auf Blühzeit achten: Nicht jede Gründüngung kommt zur Blüte, wenn sie vor der Blüte eingearbeitet wird

Einjährig oder mehrjährig?

  • Einjährig (eine Saison): Phacelia, gelber Senf, Lupine, Inkarnatklee, Buchweizen – passen in eine Beetpause zwischen zwei Kulturen
  • Mehrjährig: Luzerne – belegt das Beet über längere Zeit und eignet sich eher für Flächen, die eine Weile brach liegen dürfen

Pflanzenfamilien & Fruchtfolge

Gründüngung Familie Nicht vor/nach ...
Gelbsenf, Ölrettich, Raps Kreuzblütler Kohl, Radieschen, Rettich, Kresse, Rauke (Gefahr Kohlhernie; Anbaupause ca. 3–4 Jahre)
Klee, Lupine, Wicke, Luzerne Schmetterlingsblütler Erbsen, Bohnen (und andere Leguminosen)
Phacelia Raublattgewächse – (mit keinem Gemüse näher verwandt)
Buchweizen Knöterichgewächse Rhabarber
Winterroggen, Weidelgras Süßgräser – (mit keinem Gemüse verwandt)

Nach Kohl eignen sich laut Quelle z. B. Phacelia, Buchweizen, Lupine oder verschiedene Kleearten.

Aussaatzeiten (Richtwerte)

  • Frühjahr: Phacelia, Gelbsenf, Buchweizen (nicht frosthart), Sommerwicke, Klee, Lupine, Luzerne (April bis Juli)
  • Sommer (nach früher Ernte): Ölrettich, Phacelia, Gelbsenf (bis ca. Mitte September), Lupine (bis spätestens Anfang Juli, wenn sie tief lockern soll), Sonnenblumen
  • Herbst (August bis Oktober, nach der Ernte): frostharte bzw. bedingt frostharte Arten wie Winterwicke, Inkarnatklee, Winterroggen und Mischungen wie das Landsberger Gemenge (Winterwicke, Inkarnatklee, Weidelgras); schnell wachsende Arten wie Senf und Phacelia können in milden Lagen bis Anfang Oktober noch Blattmasse bis zum Frost bilden, blühen aber nicht mehr
  • Auf schweren, nassen Böden im Herbst besser abfrierende Arten säen, damit im Frühjahr rechtzeitig gesät werden kann

Einarbeiten oder liegen lassen?

  • Abgefrorene oder abgemähte Bestände können als Mulchdecke bis zum Frühjahr liegen bleiben und dann flach eingearbeitet werden
  • Vor der Samenreife bzw. vor der Vollblüte mähen, um unerwünschte Selbstaussaat zu vermeiden
  • Beim Klee ist der Humusaufbau nachhaltiger, wenn er mindestens eine Saison stehen bleibt

Hinweise / Notizen

  • Aussaatfenster und Winterhärte werden in den Quellen unterschiedlich angegeben; die Angaben hier sind Richtwerte, Details stehen auf den Einzelseiten.
  • Einzelseiten vorhanden: Phacelia, Inkarnatklee, Lupine, Gelbsenf, Luzerne.
  • Weitere Einzelseiten (Buchweizen, Winterroggen, Landsberger Gemenge) sind vorgesehen.