Kräuselkrankheit (Pfirsich)
Kräuselkrankheit an Pfirsich (auch Nektarine, Aprikose, Mandel), verursacht durch den Pilz Taphrina deformans. Die wirtschaftlich bedeutendste Pilzkrankheit des Pfirsichs – wichtig: das Zeitfenster für die Bekämpfung liegt im Spätwinter, vor dem Austrieb. Im Sommer ist eine Behandlung wirkungslos.
Erreger & Übertragung
- Verursacher: Taphrina deformans (Schlauchpilz)
- Wirte: Pfirsich, Nektarine, Aprikose, Mandel
- Überwintert an Knospenschuppen und in Rindenspalten der Zweige
- Bei Erwärmung im Frühjahr zerfällt das Pilzgeflecht in Sprosszellen, die durch Regen/Wind in die schwellenden Knospen gespült werden
- Optimale Infektionsbedingungen: feucht, 10–16 °C – sobald die Temperatur dauerhaft über 16 °C liegt, sinkt das Neuinfektionsrisiko
- Besonders kritische Phase: Knospenschwellen kurz vor der Blüte
Symptome
- Erste sichtbare Anzeichen meist im April, kurz nach dem Austrieb
- Blätter kräuseln sich, werden dick/blasig aufgetrieben
- Verfärbung von weißlich-grün bis kräftig rötlich/karminrot
- Befallene Blätter fallen vorzeitig ab
- Bei starkem/mehrjährigem Befall: geschwächter Baum, kaum Blütenknospen, deutlich reduzierter Ertrag, im Extremfall Absterben des Baums
Vorbeugung
- Winterspritzung ist die wirksamste Maßnahme: bereits Ende Januar/Anfang Februar beginnen (vor dem Knospenschwellen), 3× im Abstand von 7–10 Tagen wiederholen – danach ist es zu spät
- Standortwahl: sonniger, luftiger, trockener Platz; Krone regelmäßig auslichten, damit sie nach Regen schnell abtrocknet
- Weniger anfällige Sorten pflanzen, z. B. 'Amsden', 'Roter Ellerstädter', 'Früher Alexander', 'Rekord von Alfter', 'Weinbergspfirsich', 'Fidelia', 'Benedicte', 'Manon' (echte Resistenz gibt es beim Pfirsich nicht, 'Revita' hat trotz Ankündigung keine bestätigte Resistenz gezeigt)
- Unterpflanzung mit Kapuzinerkresse, Meerrettich oder Knoblauch wird eine gewisse vorbeugende Wirkung nachgesagt
- Pflanzenstärkungsmittel (z. B. Schachtelhalmtee-Spritzungen) unterstützend einsetzen
- Baum durch ausgewogene Düngung und ausreichend Wasser generell widerstandsfähig halten
Bekämpfung bei Befall
- Befallene Blätter, Triebe und Früchte konsequent entfernen und außerhalb des Gartens entsorgen (nicht kompostieren)
- Eine Behandlung während des Sommers hat keinen Effekt mehr, da der Pilz sich nicht über mehrere Generationen in der Saison weiterverbreitet
- Befallene Bäume erholen sich meist bis zum nächsten Jahr, setzen aber oft deutlich weniger Blüten/Früchte an
- Wichtigste Konsequenz aus einem Befalljahr: im folgenden Winter rechtzeitig und konsequent vorbeugend spritzen
Quellen
- AGES: Kräuselkrankheit des Pfirsichs – Informationen über Schaderreger
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG): Infoschrift Die Kräuselkrankheit am Pfirsich
- Lubera Gartenbuch: Was kann man gegen die Kräuselkrankheit tun?
- BZL (landwirtschaft.de): Was tun gegen die Kräuselkrankheit am Pfirsich?
- Compo Ratgeber: Kräuselkrankheit