Rezepte & Einwecken
Rezepte zum Kochen und Einwecken der eigenen Ernte
Holunderblütensekt
Ergebnis
Ca. 20 Flaschen aromatischer, leicht prickelnder Sommerdrink. Gesamtdauer inkl. Gärung etwa 10 Tage.
Zutaten (für 20 Liter)
- 40 Holunderblütendolden
- 4 Bio-Zitronen
- 500 ml Apfelessig
- 2 kg Zucker
- 20 Liter abgekochtes Wasser
Benötigtes Equipment
- Großes Ansatzgefäß (Topf, Tontopf o. ä.) mit ausreichendem Fassungsvermögen
- Großer Topf zum Abkochen des Wassers
- Trichter
- Dickwandige Bügelflaschen (Sektflaschen) – wichtig wegen des Gärdrucks!
Zubereitung
- Holunderblüten säubern, ausschütteln, grobe Stiele und Blätter entfernen. In das Ansatzgefäß geben.
- Zitronen heiß abwaschen, grob in Scheiben schneiden (Enden können mitverwendet werden), zu den Blüten geben. Apfelessig dazugießen, Zucker darüberstreuen, Gefäß abdecken.
- Nach ca. 1 Stunde, wenn sich der Zucker aufgelöst hat, das vorher 5 Minuten abgekochte und wieder lauwarm gewordene Wasser dazugießen. Gut umrühren, wieder abdecken.
- 2 Tage kühl ziehen lassen, dann durch ein Tuch filtern. Mit einem Trichter in die Bügelflaschen abfüllen – nur bis ca. 2–3 cm unter den Rand füllen (Gärdruck!).
- Flaschen verschließen, aufrecht kühl und dunkel lagern. Verschlüsse zwischendurch auf Dichtheit prüfen, übergelaufene Flüssigkeit abwischen.
- Nach etwa 10 Tagen ist der Sekt fertig.
Sicherheitshinweis
Während der Gärung steht der Inhalt unter Druck – unbedingt dickwandige Flaschen mit Bügelverschluss verwenden, um Explosionen zu vermeiden. Verschlüsse regelmäßig kontrollieren. Bei der größeren Menge entsprechend mehr Flaschen bereithalten.
Haltbarkeit
- Ungeöffnet, nicht pasteurisiert: ca. 1–2 Wochen kühl gelagert
- Geöffnet: 2–3 Tage im Kühlschrank
- Pasteurisiert (Flaschen nach dem Befüllen im Wasserbad auf 80–90 °C erhitzen): mehrere Monate haltbar
Hinweise / Notizen
- Apfelessig statt Weinessig verwendet – milder im Geschmack
- Mengen auf 20 Liter (Faktor 4) hochskaliert
- Sekt zu sauer ausgefallen: Beim nächsten Ansatz den Essig um 20–30 % reduzieren (er treibt die Gärung an, beeinflusst aber auch die Säure). Die Zitrone nicht weglassen – sie schützt vor Schimmelbildung. Alternativ die Zitronen nur leicht anpressen statt vollständig auspressen, dann kommt weniger Säure, aber das Schalenöl bleibt erhalten. Mehr Zucker kann zusätzlich helfen, die Säure auszubalancieren. Tipp: Sekt wird mit der Zeit saurer – lieber früh trinken.
Quelle (Originalrezept für 5 L mit Weinessig): Oma Kocht – Hausgemachter Holunderblütensekt
Fermentierter schwarzer Rettich
Beschreibung
Klassische Lacto-Fermentation – knackig, leicht säuerlich, lange haltbar. Im Kühlschrank 6–12 Monate haltbar.
Zutaten (ca. 4 Portionen)
| Menge | Zutat |
|---|---|
| 500 g | Schwarzer Rettich |
| 10 g | Nicht-jodiertes Salz (Meersalz oder Steinsalz) |
| 2 | Knoblauchzehen |
| 2 | Lorbeerblätter |
| 1 TL | Pfefferkörner |
| ½ TL | Kümmel (optional) |
Zubereitung
1. Rettich vorbereiten
Den Rettich waschen und in dünne Scheiben oder Stifte schneiden (ca. 3–5 mm). Schale kann dranlassen wenn bio.
2. Salzen und kneten
Rettich mit dem Salz in eine große Schüssel geben und kräftig einmassieren/kneten bis Flüssigkeit austritt (ca. 5–10 Min.). Das ist wichtig – die Lake entsteht von selbst!
3. Ruhen lassen
Abgedeckt 30–60 Minuten stehen lassen, damit noch mehr Lake austritt.
4. Ins Glas schichten
Knoblauch, Lorbeerblätter, Pfefferkörner und Kümmel zum Rettich geben, alles gut vermischen. Dann fest in ein sauberes Einmachglas stopfen – der Rettich muss komplett unter der Lake liegen. Falls nicht genug Lake: etwas 2%-ige Salzlake nachfüllen (20 g Salz auf 1 L Wasser).
5. Beschweren
Rettich mit einem kleinen Gewicht (z.B. Ziplock-Beutel mit Wasser, oder ein kleineres Glas) unter der Lake halten. Glas nur locker verschließen – die Fermentation produziert CO₂!
6. Fermentieren
Bei Zimmertemperatur (18–22 °C) 3–7 Tage fermentieren lassen. Täglich kurz öffnen zum „Entlüften" und schauen ob alles unter Lake ist. Nach 3 Tagen probieren – je länger, desto saurer.
7. In den Kühlschrank
Wenn der gewünschte Säuregrad erreicht ist, fest verschließen und im Kühlschrank lagern. Dort hält er 6–12 Monate.
Hinweise
- Unbedingt nicht-jodiertes Salz verwenden – Jod hemmt die Fermentation!
- Weißer, fluffiger Schimmel an der Oberfläche = einfach wegschöpfen, darunter ist alles gut.
- Schwarzer/grüner Schimmel = wegwerfen.
- Das Glas nie ganz voll machen – es blubbert und braucht Platz.
- Variante: etwas Chili rein für eine Asia-Note 🌶️
Eigene Notizen
Süß-saure eingekochte Bohnen
Klassisch eingeweckte grüne Bohnen in einem würzig-süß-sauren Sud – perfekt als Beilage oder Snack.
Zutaten (4 Portionen)
| Menge | Zutat |
|---|---|
| 1000 g | Grüne Bohnen (geputzt) |
| 300 ml | Weißweinessig (5% Säure) |
| 300 ml | Wasser |
| 80 g | Zucker |
| 15 g | Salz |
| 1 TL | Senfkörner |
| 1 TL | Pfefferkörner |
| 2 Stk. | Lorbeerblätter |
| 2 Stk. | Knoblauchzehen |
Zubereitung
- Bohnen vorbereiten – Waschen, Enden abschneiden und in mundgerechte Stücke brechen (ca. 4–5 cm).
- Blanchieren – 5 Minuten in kochendem Salzwasser, dann sofort in Eiswasser abschrecken. Das erhält die schöne grüne Farbe.
- Sud aufkochen – Weißweinessig, Wasser, Zucker und Salz in einem Topf aufkochen, bis sich alles vollständig aufgelöst hat. Senfkörner, Pfefferkörner, Lorbeerblätter und leicht angedrückte Knoblauchzehen dazugeben und 5 Minuten köcheln lassen.
- Gläser befüllen – Saubere, heiß ausgespülte Gläser mit den Bohnen befüllen. Den heißen Sud durch ein Sieb darübergießen – mindestens 2 cm Rand zum Deckel lassen.
- Einkochen – Gläser verschließen und im Einkochtopf bei 100°C für 90 Minuten einkochen. Alternativ im Schnellkochtopf ca. 25 Minuten bei vollem Druck – das ist die sicherere Methode bei Bohnen.
- Abkühlen & prüfen – Gläser herausnehmen und vollständig abkühlen lassen. Der Deckel muss sich nach innen wölben (Vakuum). Wölbt er sich nach oben → wegwerfen!
Hinweise & Variationen
- Ein Stück frischer Ingwer oder eine Chili im Sud macht sich super.
- Wer es milder mag, nimmt Apfelessig statt Weißweinessig.
- Das Verhältnis Essig:Wasser kann auf 1:1 angepasst werden – mehr Essig = mehr Zug.
- Kühl und dunkel bis zu 1 Jahr haltbar.
- Der Essig hilft beim Geschmack, ersetzt aber nicht das Einkochen – Botulismus ist auch bei Essigsud ein Thema wenn der pH-Wert nicht niedrig genug ist!