Obst Pflanzensteckbriefe und Kulturanleitungen für Obstsorten Quitte Sorten Apfelquitte (z. B. "Konstantinopler") – rund, intensiver säuerlich-herber Geschmack Birnenquitte (z. B. "Vranja") – birnenförmig, milder, weicher, saftiger, gut verarbeitbar Selbstbefruchtend – ein einzelner Baum genügt für eine gute Ernte Standort & Boden Vollsonniger, windgeschützter Standort – mindestens 6–8 Stunden direktes Sonnenlicht täglich Nährstoffreicher, humoser, gut durchlässiger Boden – kein Kalkboden, keine Staunässe pH-Wert idealerweise 5 bis 6,6 Flachwurzler – Wurzeln reichen weit über den Baumumfang hinaus, daher großflächig mulchen statt häufig jäten Aussaat & Pflanzung Pflanzzeit: Frühjahr oder Herbst Jungbäume in den ersten Jahren mit Vlies gegen starke Fröste schützen Erste Früchte frühestens nach 3–5 Jahren, volle Ernte ab dem 8.–10. Standjahr Zweites Exemplar verbessert die Ernte durch Fremdbestäubung (nicht zwingend) Pflege Sehr pflegeleicht und genügsam – kommt mit kurzen Trockenperioden gut zurecht Alle 2 Jahre Kompost großflächig unter dem Baum verteilen genügt Alle 2–3 Jahre Auslichtungsschnitt – Krone luftig halten zur Pilzprävention Schnitt: nach der Ernte oder im Frühjahr bei trockenem, frostfreien Wetter Wassertriebe und nach innen wachsende Triebe entfernen Veredelte Bäume treiben oft Schösslinge aus der Wurzel – entfernen Ernte Erntezeit: Ende September bis November (je nach Sorte und Witterung) Reife erkennbar am Farbwechsel von grün auf goldgelb und intensivem Duft Früchte vorsichtig von Hand pflücken – Druckstellen verkürzen die Haltbarkeit Nicht warten bis Frost einsetzt – Ernte muss vor dem ersten Frost abgeschlossen sein Quitten sind roh meist ungenießbar (zu hart, bitter, pelzig) – Ausnahme: Shirin-Quitte Lagerung Kühl (3–10 °C), dunkel, gut belüftet – hält bis zu 8 Wochen Nicht zusammen mit Äpfeln, Birnen oder Bananen lagern – Quitten geben starke Ethylengase ab, die andere Früchte schneller reifen lassen Starke Geruchsentwicklung beim Nachreifen ist normal Alternativ: einfrieren (Flaum vorher entfernen) oder direkt verarbeiten zu Gelee, Kompott, Saft, Marmelade Schädlinge & Krankheiten Feuerbrand (Erwinia amylovora) – schwarz verfärbte Triebspitzen, sehen wie verbrannt aus; Meldepflicht! Befallene Pflanzen müssen über den Hausmüll entsorgt werden Schorf (Venturia inaequalis) – braune, rissige Flecken auf Früchten; Falllaub entfernen, da der Erreger darin überwintert Blattläuse und Spinnmilben – bei trockenem, warmem Wetter; biologisch mit Neemöl bekämpfen oder Nützlinge fördern Spitzendürre – Pilzkrankheit; welkende Triebe tief ins gesunde Holz zurückschneiden Nährwerte Kalorien/Energie (pro 100 g): ca. 38–47 kcal Wassergehalt: über 80 % Kohlenhydrate: ca. 7–10 g davon Zucker: gering (Frucht ist roh kaum süß) Eiweiß: ca. 0,4 g Fett: ca. 0,5 g Ballaststoffe: ca. 5,9 g – besonders reich an Pektin (gelierend, verdauungsfördernd, cholesterinsenkend) Vitamine: Vitamin C (gut), Vitamin E, Beta-Carotin Mineralien: Kalium, Eisen, Zink, Kalzium, Kupfer, Mangan, Fluor Sekundäre Pflanzenstoffe: Gerbstoffe (wirken entzündungshemmend, lindern Magen-Darm-Beschwerden), Antioxidantien, Lignin Glykämischer Index: niedrig Hinweise / Notizen Rhabarber Sorten Canada Red – kräftige, durchgehend rot gefärbte Stängel, geringer Säuregehalt, Rotfärbung bleibt nach dem Kochen Livingstone – milde Sorte, sehr langer Erntezeitraum (Mai–Oktober), zieht sich erst spät zurück Botanisch gesehen ein Gemüse, wird jedoch fast immer wie Obst verwendet Standort & Boden Sonnig bis halbschattig, windgeschützt Tiefer, nährstoffreicher, humoser Boden mit guter Wasserhaltefähigkeit pH-Wert idealerweise 5,6 bis 7,2 Keine Staunässe, kein zu hoher Unkrautdruck Pro Pflanze ca. 1 m² Platz einplanen – die Staude wird über die Jahre sehr groß Nicht nach Starkzehrern wie Tomaten, Paprika oder Kohl pflanzen Aussaat & Pflanzung Vermehrung meist über Rhizomteilung (nicht über Samen) Teilung bestehender Stauden im Herbst oder Frühjahr mit scharfem Spaten Jungpflanzen aus dem Topf im Frühjahr einpflanzen Im ersten Jahr nicht ernten – Pflanze erst anwachsen lassen Ab dem zweiten Jahr kann geerntet werden, wenn die Stängel kräftig genug sind Pflege Sehr pflegeleicht und mehrjährig – kommt jedes Frühjahr von selbst wieder Regelmäßig gießen, besonders in Trockenperioden Einmal pro Saison kurz vor dem Austreiben düngen (Kompost oder organischer Dünger) Nach der Ernte im Juni/Juli erneut düngen Blütenansätze sofort entfernen – sie hemmen das Wachstum der Stängel Im Winter zieht sich die Pflanze zurück – mit Laubmulch abdecken, im Frühjahr freilegen Tipp: Im zeitigen Frühjahr Eimer über die Stielansätze stülpen – Dunkelheit fördert das Treiben und macht die Stängel süßer und aromatischer (nur alle 2 Jahre anwenden) Ernte Erntezeit: April/Mai bis Ende Juni (traditionell bis Johannistag, 24. Juni) Ausnahme: Sorte "Livingstone" kann bis Oktober geerntet werden Nur kräftige, ausgewachsene Stängel ernten – nie mehr als die Hälfte der Pflanze auf einmal Stängel herausziehen (nicht schneiden), um Schäden zu vermeiden Achtung: Ab Juli steigt der Oxalsäuregehalt stark an – danach nicht mehr ernten Blätter sind giftig – nicht essen, nicht kompostieren, aber gut als Mulch oder Jauche gegen Blattläuse verwendbar Lagerung Frisch: 1–2 Tage kühl lagern Einfrieren: Stängel in Stücke schneiden und einfrieren, hält mehrere Monate Zu Kompott, Konfitüre oder Saft verarbeiten Schädlinge & Krankheiten Sehr robust und kaum anfällig dank hohem Oxalsäuregehalt in den Blättern Schnecken – besonders im Frühjahr bei den zarten Neutrieben; Schneckenkragen oder Absammeln hilft Blattläuse – selten, kräftiger Wasserstrahl reicht meist aus; alternativ Jauche aus Rhabarberblättern Mehltau und andere Pilze – bei zu dichter Bepflanzung und feuchtem Wetter; befallene Blätter entfernen und im Restmüll entsorgen Hinweis: Blattläuse begünstigen Pilzkrankheiten – daher frühzeitig kontrollieren Nährwerte Kalorien/Energie (pro 100 g): ca. 13–21 kcal – sehr kalorienarm Wassergehalt: ca. 93 % Kohlenhydrate: ca. 4–5 g davon Zucker: ca. 1,1 g Eiweiß: ca. 0,7–1 g Fett: ca. 0,1–0,2 g Ballaststoffe: ca. 1,8 g Vitamine: Vitamin K (ca. 25–30 % des Tagesbedarfs – herausragend), Vitamin C (ca. 10–12 % des Tagesbedarfs), B-Vitamine (gering) Mineralien: Kalzium (140 mg – ungewöhnlich hoch für ein Gemüse), Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Mangan Sekundäre Pflanzenstoffe: Antioxidantien (höher als in Grünkohl), Anthrachinone (leicht abführend), Oxalsäure (bindet Mineralien – bei Nieren- oder Gallenproblemen beachten) Glykämischer Index: sehr niedrig Hinweise / Notizen