Winterroggen Pflanzenfamilie & Eigenschaften Name: Winterroggen (Secale cereale), als Gründüngung auch Grünroggen oder Grünschnittroggen Familie: Süßgräser (Getreide) – mit keinem Gemüse verwandt Wuchs: einjährig bzw. überwinternd, ca. 1–1,5 m hoch, tiefes und dichtes Wurzelsystem Winterhärte: winterhärtestes Getreide in Mitteleuropa, übersteht Frost bis etwa -25 °C; bleibt wintergrün und wächst in milden Winterphasen weiter Wichtig: Für Gründüngung nimmt man Winterroggen, nicht Sommerroggen (in Mitteleuropa wird fast nur Winterroggen angebaut) Standort & Boden Sehr anspruchslos, wächst auf allen Böden; besonders gut auf leichten Sandböden und kühleren, feuchteren Standorten Nutzt die Winterfeuchtigkeit und kommt mit Frühjahrstrockenheit gut zurecht Aussaat Zeitfenster: je nach Quelle August bis Oktober; meist Mitte September bis Mitte Oktober, Händler nennen Ende September bis Ende Oktober; er gilt als eine der wenigen Gründüngungen, die man noch sehr spät säen kann Saatmenge: Angaben schwanken stark: ca. 8–15 g/m² (Gründünger-Merkblatt) bzw. 20 g/m² (Händler, Getreide-Saatgut) Saat: breitwürfig auf abgeerntete Beete, ca. 1–2 cm tief; Roggenkörner keimen nach ca. 14 Tagen und gelten als Lichtkeimer, deshalb eher flach ablegen Bei Vogelfraß helfen laut einem Forenhinweis Vlies oder Gemüsenetz (schwache Quelle) Kleine Mengen Saatgut sind im Fachhandel selten; die Bayerische Gartenakademie nennt als Ausweg Roggenkörner aus dem Lebensmittelhandel Wirkung Humus: bildet sehr viele feine Wurzeln, die im Boden verrotten und viel organische Masse liefern Bodenlockerung: tiefe Wurzeln lockern verdichtete Böden Nährstoffe: nimmt im Winter sonst ausgewaschene Nährstoffe auf und gibt sie bei der Verrottung wieder ab; schützt den Boden vor Erosion und Auswaschung Kein Stickstoffsammler: Getreide ohne Knöllchenbakterien Fruchtfolge Fruchtfolgeneutral im Gemüsegarten: keine negativen Wechselwirkungen mit den üblichen Gemüsearten Geeignet für Flächen, die bis zum Frühjahr frei bleiben können und erst ab Ende April wieder gebraucht werden Einarbeitung & Abfrieren Im Frühjahr vor der Bodenbearbeitung abmähen; das Material muss laut einem Gründünger-Merkblatt gut zerkleinert, eingearbeitet und angerottet werden Vorsicht dichtes Wurzelwerk: Mehrere Quellen bezeichnen das Einarbeiten als schwierig und kraftaufwendig, während ein Forenbeitrag den Roggen als leicht untergrabbar beschreibt; die Erfahrungen gehen also auseinander (siehe Hinweise) Nicht im Herbst umgraben: Das Umgraben des noch warmen Bodens im Oktober setzt vorhandenen Stickstoff frei, der über den Winter verloren geht Hinweise / Notizen Nicht für Beete mit früher Frühjahrskultur: Er hält das Beet bis etwa Ende April besetzt. Erfahrungen zur Einarbeitung widersprechen sich (schwierig bei dichtem Wurzelwerk vs. leicht untergrabbar); hier besser eigene Erfahrungen unten eintragen. Stand 20.09.2026: Der Zeitpunkt ist passend. Mitte September bis Mitte Oktober gilt als übliches Saatfenster, und Roggen ist eine der wenigen Gründüngungen, die man jetzt noch sinnvoll säen kann.