Luzerne Pflanzenfamilie & Eigenschaften Name: Medicago sativa – Luzerne, Alfalfa, Ewiger Klee Familie: Schmetterlingsblütler (Leguminose) – Symbiose mit Knöllchenbakterien Wuchs: mehrjährig und frosthart, bis ca. 1 m hoch, blau-violette Blüten Wurzeln: sehr tiefe Pfahlwurzel (Angaben teils bis über 4,5 m) Besonderheit: Anders als Phacelia, Senf oder Inkarnatklee ist sie keine schnelle Zwischenfrucht, sondern belegt das Beet über längere Zeit (siehe Einarbeitung) Standort & Boden Sonnig und warm Tiefgründiger, gut durchlässiger Boden; Staunässe unbedingt vermeiden, eher trockenes als nasses Erdreich Kalkliebend: optimaler pH je nach Quelle ca. 6,5–7,5; unter pH 6,0 arbeiten die Knöllchenbakterien schlecht, die Stickstoffbindung leidet stark Bei zu saurem Boden vorher kalken, möglichst schon im Herbst bzw. Vorjahr vor der Aussaat; eine Bodenanalyse (pH) vorab ist sinnvoll Nährstoffbedarf moderat (wichtig: Phosphor, Kalium, Schwefel); Stickstoffdüngung nicht nötig Aussaat Zeitfenster: je nach Quelle April bis Juli bzw. März bis August Saatmenge: ca. 1,5–2 g/m², breitwürfig oder in Reihen, leicht einharken und anwalzen für guten Bodenschluss Saattiefe: Quellen widersprechen sich (ca. 0,6–1,3 cm bzw. 2–3 cm) Keimung: 7–14 Tage bei Bodentemperaturen von ca. 8–18 °C; bis zur Keimung und danach gleichmäßig feucht halten Wächst anfangs langsam und braucht in den ersten Wochen Unkrautkontrolle Wirkung Stickstoff: bindet Luftstickstoff; eine Quelle nennt bis zu 300 kg N/ha und Jahr (Größenordnung aus dem Ackerbau, im Garten eher weniger) Bodenlockerung: tiefe Pfahlwurzeln durchbrechen Verdichtungen, verbessern Belüftung und Wasserversickerung; besonders für schwere, verdichtete Böden geeignet Bei stark geschädigten Böden kann sie 2–3 Jahre stehen bleiben, um den Boden nachhaltig zu verbessern Nährstoff-Timing: Zersetzung und Nährstofffreisetzung passen nicht immer zum Bedarf der Folgekultur. Ein Anbieter weist darauf hin, dass Luzerne-Gründüngung allein ohne ergänzende Düngung Erträge sogar mindern kann; für Starkzehrer zusätzlich Kompost oder organischen Dünger einplanen Blüten locken zahlreiche Insekten an Fruchtfolge Nicht vor oder nach Erbsen und Bohnen (und anderen Leguminosen wie Klee, Lupine, Wicke) Folgekulturen, die vom Stickstoff profitieren: Mais, Kartoffeln, Kohl Einarbeitung & Abfrieren Einjährig genutzt: kurz vor der (Voll-)Blüte einarbeiten, meist ca. 60–75 Tage nach der Aussaat; danach ca. 2 Wochen Ruhe, bevor die Folgekultur gepflanzt wird Mehrjährig genutzt: mindestens einmal jährlich nach der Blüte schneiden (Schnittgut kann als Mulch liegen bleiben oder als Grünfutter für Haustiere dienen); Einarbeitung im Frühjahr vor dem Neuaustrieb Da sie mehrjährig und frosthart ist, eignet sie sich als winterharte Gründüngung Mischungen Kombination mit Gräsern (z. B. Weidelgras), Phacelia oder Senf/Ölrettich möglich Bei Mischungen ähnliche Wuchshöhen wählen und die Saatmengen anpassen Hinweise / Notizen Kalk: Luzerne mag Kalk, Lupinen dagegen nicht. Das ist wichtig, wenn ein Beet mit Leguminosen begrünt werden soll. Aussaatfenster und Saattiefe werden in den Quellen uneinheitlich angegeben; hier sind Spannen angegeben. Stand 20.09.2026: Das Aussaatfenster ist für dieses Jahr vorbei; nächster sinnvoller Termin ist das Frühjahr (ab April).