Lupine
Pflanzenfamilie & Eigenschaften
- Name: Lupinen – Blaue Lupine (Lupinus angustifolius), Weiße Lupine (L. albus), Gelbe Lupine (L. luteus)
- Familie: Schmetterlingsblütler (Hülsenfrüchtler) – Symbiose mit Knöllchenbakterien (Bradyrhizobium lupini)
- Wuchs: einjährige Arten, bis ca. 1,5 m hoch, kräftige Pfahlwurzel
- Nicht gemeint: die mehrjährigen Zier-Lupinen (Lupinus polyphyllus) – hier geht es um die einjährigen Gründüngungsarten
Die drei Arten im Vergleich
| Art | Boden | Besonderheit |
|---|---|---|
| Blaue Lupine | leichte Böden | höherer Wasserbedarf; laut Ratgebern die sicherere Wahl bei kalkhaltigem Boden |
| Weiße Lupine | mittelschwere, lehmige Böden | bis ca. 1,5 m; Händler nennen sie kalkverträglicher (siehe Hinweise) |
| Gelbe Lupine | magere, saure Sandböden (pH ca. 4,6–6,0) | schnelles Wachstum, dichte Pflanzendecke; Pionier auf armen Böden |
Standort & Boden
- Sonnig
- Leichte bis mittelschwere Böden mit pH ca. 5,5–6,8; besonders gut auf sandigen, leicht sauren, nährstoffarmen Böden
- Kalk: Bei sehr kalkhaltigem Boden bzw. hohem pH kümmern Lupinen und die Blätter vergilben; Angaben zu den Arten sind aber uneinheitlich (siehe Hinweise)
- Pflegeleicht, keine Startdüngung nötig
Aussaat
- Zeitfenster: Angaben je nach Quelle März/April bis September, teils bis Oktober; für Tiefenlockerung spätestens Anfang Juli, damit die Wurzeln genug Zeit haben
- Bodentemperatur wichtiger als Kalender: Keimung ab ca. +3/+4 °C, ideal um 15 °C; Keimzeit ca. 7–14 Tage
- Saat: Dunkelkeimer, 2–3 cm tief; breitwürfig oder in Reihen (Reihenabstand ca. 12,5 cm); Saatmenge ca. 20 g/m² (Angabe für Blaue Lupine)
- Boden nach der Saat festklopfen oder walzen (Schutz vor Vogelfraß und Wind), dann gut wässern
- In den ersten ca. 3 Wochen feucht halten; auf kleinen Flächen junge Pflanzen bis zur Horstbildung vor Schnecken schützen
Wirkung
- Stickstoff: bindet Luftstickstoff im Boden
- Bodenlockerung: Pfahlwurzeln (Angaben bis ca. 1,5–2 m) durchbrechen Verdichtungen im Unterboden und holen Nährstoffe aus der Tiefe
- Humusanreicherung durch Wurzel- und Blattmasse
- Blüten locken Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an
Fruchtfolge
- Nicht vor/nach anderen Hülsenfrüchtlern: Bohnen, Erbsen, Wicken, Klee, Luzerne (gemeinsame Bodenkrankheiten, Gefahr von Leguminosenmüdigkeit)
- Ansonsten für alle Pflanzen aus anderen Familien nutzbar; mehrjährige Kräuter, die mageren Boden mögen, eher nicht
- Gute Partner bzw. Folgekulturen laut Ratgebern: Blattgemüse, Kohl, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Möhren, Rote Bete, Spinat, Mais, Sonnenblumen, Wein
Einarbeitung & Abfrieren
- Zur Blüte einarbeiten, spätestens vor der Samenreife abschneiden, sonst Selbstaussaat
- Als reine Gründüngung kann man auch schon bei ca. 15 cm Wuchshöhe umgraben (Händlerangabe)
- Reste gut zerkleinern (z. B. Motorhacke), damit sie nicht wieder austreiben
- Angaben zur Winterhärte sind uneinheitlich (eine Quelle nennt sie winterhart mit Aussaat bis Oktober); nicht fest mit einer Überwinterung planen
Hinweise / Notizen
- Kalk-Widerspruch in den Quellen: Händler nennen die Weiße Lupine kalkverträglicher, die bayerische Landesanstalt (LfL) und mehrere Ratgeber warnen dagegen, dass alle Arten empfindlich auf hohen pH-Wert und freien Kalk reagieren; bei sehr kalkhaltigem Boden bevorzugen Ratgeber reine Blaue Lupine. Im Zweifel den pH-Wert des Beets messen.
- Vor der Aussaat nicht aufkalken (anders als bei Klee).
- Gründüngungs-Saatgut wird oft als Bitterlupine angeboten. Bitterlupinen enthalten Bitterstoffe/Alkaloide, die Samen also nicht essen und von Kindern/Haustieren fernhalten (allgemeines Wissen, in den Quellen nicht ausgeführt).
- Stand 20.09.2026: Für Tiefenlockerung ist die Saison vorbei (Aussaat bis Anfang Juli); eine Herbstsaat ist laut einzelnen Quellen zwar möglich, bringt aber deutlich weniger Wurzelwirkung.