Gründüngung
Gründüngungspflanzen und Mischungen – Wirkung, Aussaat, Fruchtfolge und Einarbeitung
- Übersicht: Gründüngung nach Zweck, Fruchtfolge & Aussaatzeit
- Phacelia (Bienenfreund)
- Inkarnatklee
- Lupine
- Gelbsenf
- Luzerne
- Landsberger Gemenge
- Buchweizen
- Winterroggen
Übersicht: Gründüngung nach Zweck, Fruchtfolge & Aussaatzeit
Was ist Gründüngung?
Gründüngung sind Pflanzen, die nicht geerntet, sondern zur Bodenverbesserung angebaut werden: Sie schützen den Boden, lockern ihn, binden oder konservieren Nährstoffe und liefern nach dem Einarbeiten bzw. Abfrieren organische Masse für den Humusaufbau. Wichtig: Jede Gründüngungspflanze gehört zu einer Pflanzenfamilie, deshalb gilt auch hier das Fruchtfolge-Prinzip.
Nach Zweck
| Zweck | Geeignete Pflanzen | Anmerkung |
|---|---|---|
| Stickstoff sammeln | Klee (z. B. Inkarnatklee), Wicken, Lupinen, Luzerne, Landsberger Gemenge | Schmetterlingsblütler mit Knöllchenbakterien; Klee und Luzerne mögen ausreichend Kalk, Lupinen sind dagegen kalkempfindlich (nicht aufkalken) |
| Boden lockern | Ölrettich, Lupine, Luzerne, Gelbsenf, Winterroggen | Tiefwurzler; Lupinen brauchen Zeit, Aussaat für Tiefenlockerung spätestens Anfang Juli; Luzerne ist mehrjährig und kann bei verdichteten Böden 2–3 Jahre stehen bleiben |
| Unkraut unterdrücken | Gelbsenf, Phacelia, Buchweizen, Inkarnatklee | Schnell wachsende, dichte Blattmasse |
| Nematoden / Bodenmüdigkeit | Gelbsenf, Ölrettich | Wirkung entfaltet sich bei der Einarbeitung; Details und Grenzen auf der Gelbsenf-Seite |
| Humus aufbauen | Winterroggen (Getreide/Gräser), Klee, Landsberger Gemenge | Winterroggen hat ein sehr dichtes Wurzelwerk, das sich im Frühjahr schwer einarbeiten lässt |
| Winterbegrünung | Winterroggen, Landsberger Gemenge, Inkarnatklee | Hält den Boden über Winter bedeckt; Roggen und Landsberger Gemenge räumen das Beet erst spät im Frühjahr (Roggen: nicht vor Ende April) |
| Neutral in der Fruchtfolge | Phacelia, Buchweizen, Winterroggen | Buchweizen nur nicht vor/nach Rhabarber |
| Bienenweide | Phacelia, Klee, Lupine, Luzerne, Gelbsenf, Buchweizen | Auf Blühzeit achten: Nicht jede Gründüngung kommt zur Blüte, wenn sie vor der Blüte eingearbeitet wird |
Einjährig oder mehrjährig?
- Einjährig (eine Saison): Phacelia, gelber Senf, Lupine, Inkarnatklee, Buchweizen, Landsberger Gemenge und Winterroggen (beide als Winterzwischenfrucht bis ins Frühjahr) – passen in eine Beetpause zwischen zwei Kulturen
- Mehrjährig: Luzerne – belegt das Beet über längere Zeit und eignet sich eher für Flächen, die eine Weile brach liegen dürfen
Pflanzenfamilien & Fruchtfolge
| Gründüngung | Familie | Nicht vor/nach ... |
|---|---|---|
| Gelbsenf, Ölrettich, Raps | Kreuzblütler | Kohl, Radieschen, Rettich, Kresse, Rauke (Gefahr Kohlhernie; Anbaupause ca. 3–4 Jahre) |
| Klee, Lupine, Wicke, Luzerne | Schmetterlingsblütler | Erbsen, Bohnen (und andere Leguminosen) |
| Landsberger Gemenge | Schmetterlingsblütler + Süßgras | Erbsen, Bohnen (wegen Winterwicke und Inkarnatklee); keine Kreuzblütler enthalten |
| Phacelia | Raublattgewächse | – (mit keinem Gemüse näher verwandt) |
| Buchweizen | Knöterichgewächse | Rhabarber (Sauerampfer ebenfalls in der Familie) |
| Winterroggen, Weidelgras | Süßgräser | – (mit keinem Gemüse verwandt) |
Nach Kohl eignen sich laut Quelle z. B. Phacelia, Buchweizen, Lupine oder verschiedene Kleearten.
Aussaatzeiten (Richtwerte)
- Frühjahr: Phacelia, Gelbsenf, Buchweizen (erst nach dem letzten Frost, nicht frosthart), Sommerwicke, Klee, Lupine, Luzerne (April bis Juli)
- Sommer (nach früher Ernte): Ölrettich, Phacelia, Buchweizen (bis ca. August), Gelbsenf (bis ca. Mitte September), Lupine (bis spätestens Anfang Juli, wenn sie tief lockern soll), Sonnenblumen
- Herbst (August bis Oktober, nach der Ernte): frostharte bzw. bedingt frostharte Arten wie Winterwicke, Inkarnatklee, Winterroggen (meist Mitte September bis Mitte Oktober, auch noch spät möglich) und Mischungen wie das Landsberger Gemenge (Winterwicke, Inkarnatklee, Weidelgras; übliches Fenster Ende August bis Mitte September); schnell wachsende Arten wie Senf und Phacelia können in milden Lagen bis Anfang Oktober noch Blattmasse bis zum Frost bilden, blühen aber nicht mehr
- Auf schweren, nassen Böden im Herbst besser abfrierende Arten säen, damit im Frühjahr rechtzeitig gesät werden kann
Einarbeiten oder liegen lassen?
- Abgefrorene oder abgemähte Bestände können als Mulchdecke bis zum Frühjahr liegen bleiben und dann flach eingearbeitet werden
- Vor der Samenreife bzw. vor der Vollblüte mähen, um unerwünschte Selbstaussaat zu vermeiden
- Beim Klee ist der Humusaufbau nachhaltiger, wenn er mindestens eine Saison stehen bleibt
Hinweise / Notizen
- Aussaatfenster und Winterhärte werden in den Quellen unterschiedlich angegeben; die Angaben hier sind Richtwerte, Details stehen auf den Einzelseiten.
- Einzelseiten vorhanden: Phacelia, Inkarnatklee, Lupine, Gelbsenf, Luzerne, Landsberger Gemenge, Buchweizen, Winterroggen.
Phacelia (Bienenfreund)
Pflanzenfamilie & Eigenschaften
- Name: Phacelia tanacetifolia – Rainfarn-Phacelia, Bienenfreund, Büschelschön
- Familie: Raublattgewächse – mit keinem Gemüse näher verwandt
- Wuchs: einjährig, sehr schnellwüchsig, dichte Blattmasse; nicht winterhart, friert bei Frost ab
- Blüte: blau-violett, je nach Aussaat ca. Juni bis Oktober/November
- Zierverwandte: Phacelia campanularia 'Blue Bonnet' (ca. 25 cm) und P. grandiflora 'Summertime Blues' (40–60 cm) sind eher Zierpflanzen; als Gründüngung wird meist P. tanacetifolia genutzt (z. B. Sorte 'Stala', hellviolett bis weiß, für abfrierende Winterbegrünung)
Standort & Boden
- Sonnig bis halbschattig
- Sehr anspruchslos, wächst auch auf sandigen, mageren Böden
- Staunässe vermeiden; lehmig-verdichtete Böden vorher mit etwas Sand verbessern (ca. 3–5 l/m²)
Aussaat
- Zeitfenster: Angaben schwanken je nach Quelle zwischen März/April und August bis Ende Oktober; als Gründüngung nach abgeräumten Kulturen meist bis Anfang September
- Saatmenge: ca. 4 g/m², breitwürfig, Saattiefe 1–2 cm
- Keimung: 7–14 Tage (bei 12–18 °C); Dunkelkeimer, daher leicht mit Erde bedecken, andrücken und bis zum Aufgang gleichmäßig feucht halten
- Bei später Herbstaussaat blüht sie nicht mehr, bildet aber bis zum Frost Blattmasse
Wirkung
- Unterdrückt Wildkräuter durch schnelle, dichte Bodenbedeckung
- Schützt vor Erosion und Verschlämmung, reduziert Verdunstung
- Feines, intensives Wurzelsystem lockert den Boden (Angaben zur Wurzeltiefe uneinheitlich: teils als Flachwurzler, teils bis ca. 1 m beschrieben)
- Kein Stickstoffsammler (keine Leguminose): Sie wirkt eher als Nitratfänger und kann auf überdüngten Böden sogar Stickstoff zehren
Fruchtfolge
- Fruchtfolgeneutral: passt vor und nach praktisch jedem Gemüse
- Gilt als guter Vorgänger bzw. Nachfolger von Bohnen und Erbsen, weil sie deren Fußkrankheiten nicht überträgt
- Ideal, wenn im Beet Kohl (dann kein Senf) oder Hülsenfrüchte (dann kein Klee/Lupine) folgen
Einarbeitung & Abfrieren
- Vor oder zu Beginn der Blüte abmähen, sonst versamt sie sich stark (Selbstaussaat)
- Schnittgut kurz antrocknen lassen, dann flach einarbeiten
- Alternativ als Mulchdecke auf dem Beet liegen lassen (auch abgefrorene Bestände) und im Frühjahr einarbeiten oder auf den Kompost geben
- Auf überdüngten Böden das Schnittgut lieber abräumen als einarbeiten
Bienenweide
- Sehr pollen- und nektarreich, wichtige Trachtpflanze für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge
- Lange Blütezeit; gestaffelte Aussaat verlängert das Angebot
Hinweise / Notizen
- Bereits im eigenen Garten im Einsatz.
- Angaben zu Aussaatzeit und Wurzeltiefe variieren zwischen den Quellen; hier sind Spannen angegeben.
Inkarnatklee
Pflanzenfamilie & Eigenschaften
- Name: Trifolium incarnatum – Inkarnatklee, Blutklee, Rosenklee
- Familie: Schmetterlingsblütler (Leguminose) – lebt mit Knöllchenbakterien (Rhizobien) in Symbiose
- Wuchs: einjährig, ca. 30–50 cm hoch, dichte aufrechte Bestände; stammt aus Südeuropa
- Blüte: leuchtend rote bis karminrote, ährige Blüten
- Winterhärte: bedingt winterhart; Angaben je nach Quelle bis ca. -10 °C bis -15 °C. Kahlfrost ist problematisch, eine Schneedecke schützt. Weniger kältetolerant als Winterwicke
Standort & Boden
- Sonnig
- Lockerer, gut durchlässiger, eher kalkhaltiger Boden (pH ca. 6,0–7,5); ausreichend Kalk begünstigt die Knöllchenbakterien
- Ausreichend Feuchtigkeit, besonders zur Keimung und im Herbst; sehr leichte, sommertrockene Standorte eher meiden
- Sehr schwere, staunasse Böden sind ungeeignet
Aussaat
- Zeitfenster: Angaben schwanken stark je nach Quelle: Als Winterbegrünung meist August bis September (eine Quelle: bis Anfang September); Händlerangaben reichen von April bis Ende Oktober. Im Frühjahr (März/April) gesät eignet er sich eher als einjährige Bienenweide bzw. Sommergründüngung
- Saatmenge: ca. 5 g/m², breitwürfig, Boden vorher lockern und fein harken, Saat flach einarbeiten
- Keimung: ca. 12–18 Tage
- Bei später Herbstaussaat muss der Bestand vor dem Winter noch ausreichend Zeit haben, sich zu entwickeln; in trockenen Regionen ist Herbstfeuchtigkeit wichtig
Wirkung
- Stickstoff: bindet Luftstickstoff über Knöllchenbakterien. Die Menge hängt von Boden, Klima und Wachstumsdauer ab; eine Quelle nennt bis zu 150 kg N/ha (Anbieterangabe, nur als Größenordnung)
- Bildet schnell bodendeckende Blattmasse und unterdrückt Unkraut
- Wurzeln: Pfahlwurzel (bis ca. 1 m) plus oberflächennahe Verzweigung, lockert und belebt den Boden
- Erhöht Humusgehalt; nachhaltig ist der Humusaufbau bei Klee vor allem, wenn er mindestens eine Saison stehen bleibt
Fruchtfolge
- Nicht vor oder nach anderen Leguminosen (Erbsen, Bohnen, Lupine, Wicke)
- Gute Folgekulturen sind Starkzehrer wie Tomaten, Kohl, Kürbis, Zucchini, Sellerie und Mais
Einarbeitung & Abfrieren
- Vor der Blüte bzw. spätestens vor der Samenreife tief abschneiden oder flach einarbeiten (verhindert Selbstaussaat, Nährstoffe werden freigesetzt)
- Schnittgut kann als Mulch auf dem Beet bleiben; wer schneller pflanzen will, arbeitet es flach ein
- Auf schweren, nassen Böden kann eine dichte, frostharte Decke im Frühjahr Bodenbearbeitung verzögern
Bienenweide
- Sehr beliebte Futterpflanze für Bienen und andere Insekten
- Blütezeit hängt vom Aussaattermin ab (überwinternde Bestände blühen im Frühjahr)
Mischungen
- Landsberger Gemenge: Winterwicke, Inkarnatklee und Weidelgras – frostharte Überwinterungsmischung, die mehrere Bodenschichten durchwurzelt
- Mit Welschem Weidelgras bildet Inkarnatklee ein bewährtes Duo
Hinweise / Notizen
- Angaben zu Aussaatzeit und Frosthärte variieren zwischen den Quellen; hier sind Spannen angegeben.
- Stand 20.09.2026: Für eine sichere Überwinterung gilt Aussaat bis Anfang September als Empfehlung; spätere Saat im Oktober ist laut Händlerangaben noch möglich, aber riskanter.
Lupine
Pflanzenfamilie & Eigenschaften
- Name: Lupinen – Blaue Lupine (Lupinus angustifolius), Weiße Lupine (L. albus), Gelbe Lupine (L. luteus)
- Familie: Schmetterlingsblütler (Hülsenfrüchtler) – Symbiose mit Knöllchenbakterien (Bradyrhizobium lupini)
- Wuchs: einjährige Arten, bis ca. 1,5 m hoch, kräftige Pfahlwurzel
- Nicht gemeint: die mehrjährigen Zier-Lupinen (Lupinus polyphyllus) – hier geht es um die einjährigen Gründüngungsarten
Die drei Arten im Vergleich
| Art | Boden | Besonderheit |
|---|---|---|
| Blaue Lupine | leichte Böden | höherer Wasserbedarf; laut Ratgebern die sicherere Wahl bei kalkhaltigem Boden |
| Weiße Lupine | mittelschwere, lehmige Böden | bis ca. 1,5 m; Händler nennen sie kalkverträglicher (siehe Hinweise) |
| Gelbe Lupine | magere, saure Sandböden (pH ca. 4,6–6,0) | schnelles Wachstum, dichte Pflanzendecke; Pionier auf armen Böden |
Standort & Boden
- Sonnig
- Leichte bis mittelschwere Böden mit pH ca. 5,5–6,8; besonders gut auf sandigen, leicht sauren, nährstoffarmen Böden
- Kalk: Bei sehr kalkhaltigem Boden bzw. hohem pH kümmern Lupinen und die Blätter vergilben; Angaben zu den Arten sind aber uneinheitlich (siehe Hinweise)
- Pflegeleicht, keine Startdüngung nötig
Aussaat
- Zeitfenster: Angaben je nach Quelle März/April bis September, teils bis Oktober; für Tiefenlockerung spätestens Anfang Juli, damit die Wurzeln genug Zeit haben
- Bodentemperatur wichtiger als Kalender: Keimung ab ca. +3/+4 °C, ideal um 15 °C; Keimzeit ca. 7–14 Tage
- Saat: Dunkelkeimer, 2–3 cm tief; breitwürfig oder in Reihen (Reihenabstand ca. 12,5 cm); Saatmenge ca. 20 g/m² (Angabe für Blaue Lupine)
- Boden nach der Saat festklopfen oder walzen (Schutz vor Vogelfraß und Wind), dann gut wässern
- In den ersten ca. 3 Wochen feucht halten; auf kleinen Flächen junge Pflanzen bis zur Horstbildung vor Schnecken schützen
Wirkung
- Stickstoff: bindet Luftstickstoff im Boden
- Bodenlockerung: Pfahlwurzeln (Angaben bis ca. 1,5–2 m) durchbrechen Verdichtungen im Unterboden und holen Nährstoffe aus der Tiefe
- Humusanreicherung durch Wurzel- und Blattmasse
- Blüten locken Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an
Fruchtfolge
- Nicht vor/nach anderen Hülsenfrüchtlern: Bohnen, Erbsen, Wicken, Klee, Luzerne (gemeinsame Bodenkrankheiten, Gefahr von Leguminosenmüdigkeit)
- Ansonsten für alle Pflanzen aus anderen Familien nutzbar; mehrjährige Kräuter, die mageren Boden mögen, eher nicht
- Gute Partner bzw. Folgekulturen laut Ratgebern: Blattgemüse, Kohl, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Möhren, Rote Bete, Spinat, Mais, Sonnenblumen, Wein
Einarbeitung & Abfrieren
- Zur Blüte einarbeiten, spätestens vor der Samenreife abschneiden, sonst Selbstaussaat
- Als reine Gründüngung kann man auch schon bei ca. 15 cm Wuchshöhe umgraben (Händlerangabe)
- Reste gut zerkleinern (z. B. Motorhacke), damit sie nicht wieder austreiben
- Angaben zur Winterhärte sind uneinheitlich (eine Quelle nennt sie winterhart mit Aussaat bis Oktober); nicht fest mit einer Überwinterung planen
Hinweise / Notizen
- Kalk-Widerspruch in den Quellen: Händler nennen die Weiße Lupine kalkverträglicher, die bayerische Landesanstalt (LfL) und mehrere Ratgeber warnen dagegen, dass alle Arten empfindlich auf hohen pH-Wert und freien Kalk reagieren; bei sehr kalkhaltigem Boden bevorzugen Ratgeber reine Blaue Lupine. Im Zweifel den pH-Wert des Beets messen.
- Vor der Aussaat nicht aufkalken (anders als bei Klee).
- Gründüngungs-Saatgut wird oft als Bitterlupine angeboten. Bitterlupinen enthalten Bitterstoffe/Alkaloide, die Samen also nicht essen und von Kindern/Haustieren fernhalten (allgemeines Wissen, in den Quellen nicht ausgeführt).
- Stand 20.09.2026: Für Tiefenlockerung ist die Saison vorbei (Aussaat bis Anfang Juli); eine Herbstsaat ist laut einzelnen Quellen zwar möglich, bringt aber deutlich weniger Wurzelwirkung.
Gelbsenf
Pflanzenfamilie & Eigenschaften
- Name: Sinapis alba – Gelbsenf, Weißer Senf (dieselbe Art, zwei Namen)
- Familie: Kreuzblütler – eng verwandt mit Kohl, Radieschen, Rettich, Kresse, Rauke und Raps
- Wuchs: einjährig, schnellwüchsig, je nach Standort ca. 30–60 cm, teils bis ca. 1 m; Pfahlwurzel
- Blüte: leuchtend gelb, größer und nektarreicher als bei anderen Senfarten
- Winterhärte: nicht winterfest, friert mit dem ersten Frost ab
- Andere Senfarten: Schwarzer Senf (Brassica nigra) wächst höher, ist weniger kältetolerant und für die Gründüngung weniger geeignet; Brauner Senf (Sareptasenf, B. juncea) wächst langsamer und bildet weniger Biomasse
Standort & Boden
- Sonne bis Halbschatten
- Geht relativ sicher auf, auch im groben Saatbett; keimt auch bei niedrigen Temperaturen schnell
Aussaat
- Zeitfenster: ab April, als Gründüngung nach abgeräumten Kulturen bis Mitte September (Händlerangabe April–September); in milden Lagen wird teils noch Anfang Oktober gesät, dann bildet er nur noch Blattmasse bis zum Frost und blüht nicht mehr
- Saatmenge: ca. 5 g/m², breitwürfig, leicht einharken (Saattiefe 1–2 cm)
- Keimung: innerhalb von 1–2 Wochen, bis zum Aufgang gleichmäßig feucht halten
- Kulturdauer: ca. 2–3 Monate; in wenigen Wochen (ca. 3–5) bildet er genug Blattmasse, um den Boden zu beschatten
Wirkung
- Unterdrückt Unkraut durch schnelle, dichte Bodenbedeckung
- Pfahlwurzel lockert den Boden, große Wurzelmasse
- Nimmt Stickstoff im Boden rasch auf und hält ihn im Pflanzenmaterial (Nährstoffkonservierung, vor allem im Herbst); kein Stickstoffsammler
- Senföle beeinflussen das Bakterien- und Pilzleben im Boden
- Nematoden: dient als Fangpflanze bzw. wirkt gegen Nematoden, vor allem bei Rüben- und Gänsefußgewächsen (Rote Bete, Spinat, Mangold); die Wirkung entfaltet sich erst bei der Einarbeitung. Bei Zystennematoden gilt Ölrettich als besonders wirksam, bei Rüben werden resistente Sorten genutzt
- Biofumigation: Kurz vor der Blüte häckseln, sofort einarbeiten, walzen und wässern, damit die Senföle freigesetzt werden. Die Wirkung ist zeitlich begrenzt und selektiv und kann auch nützliche Bodenorganismen beeinträchtigen, deshalb nur gezielt einsetzen (z. B. bei bekanntem Kohlhernie-Problem)
- Blüten liefern viel Pollen und Nektar für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Nützlinge
Fruchtfolge
- Nicht vor oder nach anderen Kreuzblütlern: Weißkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Rotkohl, Romanesco, Radieschen, Rettich, Kresse, Rauke, Raps
- Kohlhernie: bodenbürtiger Pilz, der alle Kreuzblütler befällt; die Sporen sind extrem langlebig. Anbaupause zu Kohl mindestens 3–4 Jahre, bei früherem Befall länger
- Unproblematisch für Nachfolger aus anderen Familien; ein Ratgeber rät allerdings generell davon ab, Gelbsenf im Gemüsebeet einzusetzen
- Geeignet als Pionierpflanze auf neuen Flächen, z. B. vor einer Neuanlage von Beeten oder Stauden
Einarbeitung & Abfrieren
- Vor der Blüte abhacken (als Mulch) oder einarbeiten; eine Quelle sieht den Zeitpunkt kurz nach Blühbeginn noch als optimal, weil er sich noch nicht ausgesamt hat
- Spätestens vor der Samenreife, sonst Selbstaussaat
- Alternativ mit dem ersten Frost abfrieren lassen und als Mulchschicht über Winter liegen lassen, im Frühjahr ins Saatbeet einarbeiten
Hinweise / Notizen
- Kohl im Garten beachten: Gelbsenf nur auf Beeten, auf denen in den nächsten 3–4 Jahren keine Kreuzblütler (Kohl, Romanesco, Rettich, Radieschen usw.) stehen sollen.
- Eine Quelle (samen.de) schreibt Gelbsenf eine Stickstoffbindung zu. Das ist fachlich nicht plausibel (Kreuzblütler bilden keine Knöllchenbakterien) und widerspricht anderen Quellen (BayWa: rasche N-Aufnahme); hier nicht übernommen.
- Stand 20.09.2026: Das Aussaatfenster bis Mitte September ist vorbei; späte Saat im Oktober ist nur in milden Lagen sinnvoll und bringt nur noch Blattmasse.
Luzerne
Pflanzenfamilie & Eigenschaften
- Name: Medicago sativa – Luzerne, Alfalfa, Ewiger Klee
- Familie: Schmetterlingsblütler (Leguminose) – Symbiose mit Knöllchenbakterien
- Wuchs: mehrjährig und frosthart, bis ca. 1 m hoch, blau-violette Blüten
- Wurzeln: sehr tiefe Pfahlwurzel (Angaben teils bis über 4,5 m)
- Besonderheit: Anders als Phacelia, Senf oder Inkarnatklee ist sie keine schnelle Zwischenfrucht, sondern belegt das Beet über längere Zeit (siehe Einarbeitung)
Standort & Boden
- Sonnig und warm
- Tiefgründiger, gut durchlässiger Boden; Staunässe unbedingt vermeiden, eher trockenes als nasses Erdreich
- Kalkliebend: optimaler pH je nach Quelle ca. 6,5–7,5; unter pH 6,0 arbeiten die Knöllchenbakterien schlecht, die Stickstoffbindung leidet stark
- Bei zu saurem Boden vorher kalken, möglichst schon im Herbst bzw. Vorjahr vor der Aussaat; eine Bodenanalyse (pH) vorab ist sinnvoll
- Nährstoffbedarf moderat (wichtig: Phosphor, Kalium, Schwefel); Stickstoffdüngung nicht nötig
Aussaat
- Zeitfenster: je nach Quelle April bis Juli bzw. März bis August
- Saatmenge: ca. 1,5–2 g/m², breitwürfig oder in Reihen, leicht einharken und anwalzen für guten Bodenschluss
- Saattiefe: Quellen widersprechen sich (ca. 0,6–1,3 cm bzw. 2–3 cm)
- Keimung: 7–14 Tage bei Bodentemperaturen von ca. 8–18 °C; bis zur Keimung und danach gleichmäßig feucht halten
- Wächst anfangs langsam und braucht in den ersten Wochen Unkrautkontrolle
Wirkung
- Stickstoff: bindet Luftstickstoff; eine Quelle nennt bis zu 300 kg N/ha und Jahr (Größenordnung aus dem Ackerbau, im Garten eher weniger)
- Bodenlockerung: tiefe Pfahlwurzeln durchbrechen Verdichtungen, verbessern Belüftung und Wasserversickerung; besonders für schwere, verdichtete Böden geeignet
- Bei stark geschädigten Böden kann sie 2–3 Jahre stehen bleiben, um den Boden nachhaltig zu verbessern
- Nährstoff-Timing: Zersetzung und Nährstofffreisetzung passen nicht immer zum Bedarf der Folgekultur. Ein Anbieter weist darauf hin, dass Luzerne-Gründüngung allein ohne ergänzende Düngung Erträge sogar mindern kann; für Starkzehrer zusätzlich Kompost oder organischen Dünger einplanen
- Blüten locken zahlreiche Insekten an
Fruchtfolge
- Nicht vor oder nach Erbsen und Bohnen (und anderen Leguminosen wie Klee, Lupine, Wicke)
- Folgekulturen, die vom Stickstoff profitieren: Mais, Kartoffeln, Kohl
Einarbeitung & Abfrieren
- Einjährig genutzt: kurz vor der (Voll-)Blüte einarbeiten, meist ca. 60–75 Tage nach der Aussaat; danach ca. 2 Wochen Ruhe, bevor die Folgekultur gepflanzt wird
- Mehrjährig genutzt: mindestens einmal jährlich nach der Blüte schneiden (Schnittgut kann als Mulch liegen bleiben oder als Grünfutter für Haustiere dienen); Einarbeitung im Frühjahr vor dem Neuaustrieb
- Da sie mehrjährig und frosthart ist, eignet sie sich als winterharte Gründüngung
Mischungen
- Kombination mit Gräsern (z. B. Weidelgras), Phacelia oder Senf/Ölrettich möglich
- Bei Mischungen ähnliche Wuchshöhen wählen und die Saatmengen anpassen
Hinweise / Notizen
- Kalk: Luzerne mag Kalk, Lupinen dagegen nicht. Das ist wichtig, wenn ein Beet mit Leguminosen begrünt werden soll.
- Aussaatfenster und Saattiefe werden in den Quellen uneinheitlich angegeben; hier sind Spannen angegeben.
- Stand 20.09.2026: Das Aussaatfenster ist für dieses Jahr vorbei; nächster sinnvoller Termin ist das Frühjahr (ab April).
Landsberger Gemenge
Zusammensetzung & Eigenschaften
- Mischung aus: Winterwicke (Zottelwicke, Vicia villosa), Inkarnatklee und Welschem Weidelgras (Lolium multiflorum)
- Familien: Winterwicke und Inkarnatklee sind Schmetterlingsblütler (Stickstoffsammler), das Weidelgras ein Süßgras; die Mischung enthält keine Kreuzblütler (Kohlhernie ist also kein Thema)
- Wuchs: einjährige Winterzwischenfrucht, im Herbst ca. 20–30 cm Aufwuchs, im Frühjahr ca. 50–80 cm
- Winterhärte: Die Mischung gilt als winterhart. Die Winterwicke übersteht niedrige Temperaturen gut, das Weidelgras ist ebenfalls tolerant; der Inkarnatklee ist ohne Schneedecke frostempfindlicher. Ein Händler gibt die Mischung dagegen als "nicht winterhart" an, hier widersprechen sich die Quellen (siehe Hinweise)
- Typischer Einsatz: Winterbegrünung zum Schutz und zur Nährstoffkonservierung, im Frühjahr Gründüngung oder Schnittnutzung (in der Landwirtschaft vor allem als Futter)
Standort & Boden
- Keine besonderen Bodenansprüche, wächst auf allen Böden; Saatbeet tiefgründig, locker und unkrautfrei
- Nutzt die Winterfeuchtigkeit gut
- Auch auf schwereren Böden geeignet, allerdings räumt die Mischung das Beet erst spät im Frühjahr (siehe Fruchtfolge)
Aussaat
- Zeitfenster: Ende August bis Mitte September bzw. August bis September (weitere Angaben reichen bis Oktober); Zeitpunkt nach dem Abräumen der Gartenkulturen
- Saatmenge: ca. 5 g/m² (entspricht etwa 45–60 kg/ha im Ackerbau)
- Saat: breitwürfig, es soll ein dichter Pflanzenteppich entstehen; Saatbeet fein harken, Samen 1–2 cm tief leicht einarbeiten, andrücken und vorsichtig angießen; Boden bis mindestens 3–5 cm tief durchnässen und stetig feucht halten bis zum Auflaufen
Wirkung
- Stickstoff: Winterwicke und Inkarnatklee sorgen für Stickstoffzufuhr; ein Anbieter nennt ein N-Potenzial von ca. 80 kg/ha (Anbieterangabe, nur als Größenordnung)
- Humus & Bodenstruktur: große Wurzelmasse, die organischen Rückstände nach dem Einarbeiten fördern Humusaufbau, Bodenleben und stabile Krümel
- Schutz im Winter: hält den Boden bedeckt und verhindert Erosion und Nährstoffauswaschung
- Entwicklung im Frühjahr: Das Weidelgras ist meist schon im April weit; Wicke und Inkarnatklee entwickeln sich erst mit steigenden Temperaturen im Mai
Fruchtfolge
- Nicht vor/nach Erbsen und Bohnen (und anderen Leguminosen), wegen Winterwicke und Inkarnatklee
- Spätes Räumen: Die Mischung räumt das Beet erst spät; laut Ackerbau-Quelle sind daher nur wenige Hauptfrüchte als Folgekultur möglich. Für den Garten heißt das: Das Beet steht bis etwa Mai nicht für früh gesäte oder gepflanzte Kulturen zur Verfügung
- Gute Vorfrucht wegen der Stickstoffzufuhr
Einarbeitung & Abfrieren
- Im Frühjahr einarbeiten oder schneiden; traditionell im Ackerbau ab ca. 10. Mai, wenn der Inkarnatklee zu blühen beginnt, spätestens Mitte Mai
- Nach dem Frühjahrsschnitt wachsen Wicke und Inkarnatklee kaum noch nach; die Bestände werden dann dünn und verunkrauten leicht, daher nicht als Dauerbegrünung stehen lassen
Hinweise / Notizen
- Widerspruch Winterhärte: Mehrere Quellen (u. a. Landwirtschaft und Händler) nennen die Mischung winterhart, ein Gartenhändler gibt sie als einjährig und nicht winterhart an. Im Garten am besten das erste Jahr beobachten und Erfahrungen unten eintragen.
- Die Einzelkomponenten sind auf den Seiten Inkarnatklee und in der Übersicht beschrieben.
- Stand 20.09.2026: Das übliche Aussaatfenster (Ende August bis Mitte September) geht zu Ende; eine Saat jetzt ist knapp, aber je nach Quelle noch möglich.
Buchweizen
Pflanzenfamilie & Eigenschaften
- Name: Echter Buchweizen (Fagopyrum esculentum), regional auch Türkischer Weizen oder Sarazenenkorn
- Familie: Knöterichgewächse – verwandt mit Sauerampfer und Rhabarber
- Wuchs: einjährig, je nach Quelle ca. 30 cm bis 1,2 m hoch; hohle Stängel, herzförmige Blätter
- Blüte: ab Juni viele kleine weiß-rosa Blüten
- Winterhärte: nicht winterhart; friert leicht ab, manche Sorten nehmen schon bei Temperaturen unter ca. 3 °C Schaden
- Andere Art: Tatarischer Buchweizen (Fagopyrum tataricum) wird bei guten Bedingungen bis ca. 2 m hoch und bildet viel Masse; er enthält im Gegensatz zum Echten Buchweizen Bitterstoffe
Standort & Boden
- Sonne bis Halbschatten
- Sehr anspruchslos: wächst auch auf kargen, sandigen und moorigen Böden; bevorzugt eher leichte, trockene Böden; nicht ideal sind schwere und stark kalkreiche Böden
- Keine Nässe; für die Saat ein abgesetztes Saatbett mit gutem Bodenschluss
Aussaat
- Zeitfenster: ca. April bis August; erst nach dem letzten Frost säen
- Saat: breitwürfig oder in Reihen (Reihensaat erleichtert die Pflege), ca. 2 cm tief, leicht andrücken
- Keimung: sehr schnell und zuverlässig, in wenigen Tagen (ca. 3–5), auch bei Trockenheit
- Kulturdauer: bis zur Samenreife ca. 10 Wochen
Wirkung
- Unterdrückt Wildkräuter schnell, auch Quecken
- Hohle Stängel durchlüften den Boden; tief reichende Pfahlwurzel plus Netz aus Fadenwurzeln im Oberboden
- Wurzelausscheidungen fördern laut einer Quelle nützliche Bodenmikroorganismen, u. a. phosphatlösende Bakterien
- Kein Stickstoffsammler: keine Leguminose
- Gute Bienenweide und Insektennahrung
Fruchtfolge
- Fruchtfolgeneutral, geeignet vor und nach den meisten Gemüsen (auch nach Kohl)
- Nur Rhabarber (gleiche Familie) im Folgejahr nicht pflanzen; auch Sauerampfer gehört zur Familie und braucht laut einer Quelle mehrjährige Anbaupausen
- Selbstverträglich: kann theoretisch mehrfach hintereinander auf derselben Fläche stehen (eine Quelle)
Einarbeitung & Abfrieren
- Vor der Samenreife abschneiden, sonst Selbstaussaat und mehr Unkrautdruck
- Grünmasse flach einarbeiten, als Mulch nutzen oder kompostieren; je nach Folgekultur noch im selben Jahr oder erst im Frühjahr
- Bei später Aussaat friert er im Winter ab und bildet eine schützende Schicht auf dem Boden
Hinweise / Notizen
- Buchweizen ist eine klassische Sommer-Gründüngung für schnelle Beetpausen von Frühjahr bis Sommer. Er überwintert nicht, kann aber bei später Aussaat als abfrierende Decke dienen.
- Bei den Wuchshöhen und Aussaatzeiten weichen die Quellen leicht voneinander ab; hier sind Spannen angegeben.
- Stand 20.09.2026: Das Aussaatfenster ist vorbei; nächster sinnvoller Termin ist nach dem letzten Frost im Frühjahr.
Winterroggen
Pflanzenfamilie & Eigenschaften
- Name: Winterroggen (Secale cereale), als Gründüngung auch Grünroggen oder Grünschnittroggen
- Familie: Süßgräser (Getreide) – mit keinem Gemüse verwandt
- Wuchs: einjährig bzw. überwinternd, ca. 1–1,5 m hoch, tiefes und dichtes Wurzelsystem
- Winterhärte: winterhärtestes Getreide in Mitteleuropa, übersteht Frost bis etwa -25 °C; bleibt wintergrün und wächst in milden Winterphasen weiter
- Wichtig: Für Gründüngung nimmt man Winterroggen, nicht Sommerroggen (in Mitteleuropa wird fast nur Winterroggen angebaut)
Standort & Boden
- Sehr anspruchslos, wächst auf allen Böden; besonders gut auf leichten Sandböden und kühleren, feuchteren Standorten
- Nutzt die Winterfeuchtigkeit und kommt mit Frühjahrstrockenheit gut zurecht
Aussaat
- Zeitfenster: je nach Quelle August bis Oktober; meist Mitte September bis Mitte Oktober, Händler nennen Ende September bis Ende Oktober; er gilt als eine der wenigen Gründüngungen, die man noch sehr spät säen kann
- Saatmenge: Angaben schwanken stark: ca. 8–15 g/m² (Gründünger-Merkblatt) bzw. 20 g/m² (Händler, Getreide-Saatgut)
- Saat: breitwürfig auf abgeerntete Beete, ca. 1–2 cm tief; Roggenkörner keimen nach ca. 14 Tagen und gelten als Lichtkeimer, deshalb eher flach ablegen
- Bei Vogelfraß helfen laut einem Forenhinweis Vlies oder Gemüsenetz (schwache Quelle)
- Kleine Mengen Saatgut sind im Fachhandel selten; die Bayerische Gartenakademie nennt als Ausweg Roggenkörner aus dem Lebensmittelhandel
Wirkung
- Humus: bildet sehr viele feine Wurzeln, die im Boden verrotten und viel organische Masse liefern
- Bodenlockerung: tiefe Wurzeln lockern verdichtete Böden
- Nährstoffe: nimmt im Winter sonst ausgewaschene Nährstoffe auf und gibt sie bei der Verrottung wieder ab; schützt den Boden vor Erosion und Auswaschung
- Kein Stickstoffsammler: Getreide ohne Knöllchenbakterien
Fruchtfolge
- Fruchtfolgeneutral im Gemüsegarten: keine negativen Wechselwirkungen mit den üblichen Gemüsearten
- Geeignet für Flächen, die bis zum Frühjahr frei bleiben können und erst ab Ende April wieder gebraucht werden
Einarbeitung & Abfrieren
- Im Frühjahr vor der Bodenbearbeitung abmähen; das Material muss laut einem Gründünger-Merkblatt gut zerkleinert, eingearbeitet und angerottet werden
- Vorsicht dichtes Wurzelwerk: Mehrere Quellen bezeichnen das Einarbeiten als schwierig und kraftaufwendig, während ein Forenbeitrag den Roggen als leicht untergrabbar beschreibt; die Erfahrungen gehen also auseinander (siehe Hinweise)
- Nicht im Herbst umgraben: Das Umgraben des noch warmen Bodens im Oktober setzt vorhandenen Stickstoff frei, der über den Winter verloren geht
Hinweise / Notizen
- Nicht für Beete mit früher Frühjahrskultur: Er hält das Beet bis etwa Ende April besetzt.
- Erfahrungen zur Einarbeitung widersprechen sich (schwierig bei dichtem Wurzelwerk vs. leicht untergrabbar); hier besser eigene Erfahrungen unten eintragen.
- Stand 20.09.2026: Der Zeitpunkt ist passend. Mitte September bis Mitte Oktober gilt als übliches Saatfenster, und Roggen ist eine der wenigen Gründüngungen, die man jetzt noch sinnvoll säen kann.